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Praxisbeispiele für wirksame Beteiligung, Mitbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe
Spanien: Kinderbeteiligung soll EU-Ratspräsidentschaft informieren (2023) |
Die spanische Regierung hat sich schon seit geraumer Zeit für Kinderteilhabe bei politischen Entscheidungsprozessen eingesetzt und verschiedene Beteiligungsstrukturen ins Leben gerufen, angefangen bei Schulräten und Kinder- und Jugendräten in den örtlichen Gemeinden, über regionale Teilhabeinstitutionen, bis zu der 2021 gegründeten nationalen Kinderteilhabe-Plattform. Diesem Grundgedanken folgend wollte die spanische Regierung in der Europäischen Union einen positiven Präzedenzfall setzen, als sie im Jahre 2023 Kinder und Jugendliche einlud, die Programme des Rates der Europäischen Union, der damals unter der spanischen Präsidentschaft stand, mitzugestalten.
Österreich: Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre auf Bundesebene (seit 2007) |
Die Entscheidung Österreichs, das Wahlalter auf Bundesebene auf 16 herabzusetzen, vollzog sich im Rahmen einer weiteren Wahlreform, die darauf abzielte, bürgerliches Engagement zu stärken und das Wahlsystem zu modernisieren. Befürworter der Reform war in erster Linie die Sozialdemokratische Partei SPÖ, unterstützt durch Die Grünen, während der Koalitionspartner der SPÖ, die Österreichische Volkspartei ÖVP, sich für die Einführung der Briefwahl einsetzte. Die Herabsetzung des Wahlalters wurde Teil einer politischen Vereinbarung, um den jeweiligen Interessen der verschiedenen Parteien gerechtzuwerden. Dabei diente die Einführung der Briefwahl bei gleichzeitiger Senkung des Wahlalters dem Ziel, eine breitere demokratische Beteiligung unter den Bürgern zu erwirken.
Das Streben nach Reform entstand aus dem Glauben heraus, dass ein früheres Einbeziehen junger Menschen in den demokratischen Prozess den Wunsch nach lebenslanger bürgerlicher Einbindung und mehr Vertrauen in die Regierung wecken würde.