kinderrechte.de – Das Praxisportal für Fachkräfte

Kinderrechte in der Kita stärken

Kinderrechte gelten von Geburt an. Kitas und pädagogische Fachkräfte fördern Schutz, Beteiligung und freie Meinungsäußerung. Entdecken Sie praxisnahe Infos und Impulse für Ihre Arbeit.

Die Kita als Ort der Kinderrechte

Durch die UN-Kinderrechtskonvention wird den Kindern der Zugang zu grundlegenden demokratischen Rechten gewährt. Das gemeinsame Lernen in einer Gemeinschaft bietet hierbei die Möglichkeit, erste Demokratieerfahrungen zu sammeln und sich mit demokratischen Werten auseinanderzusetzen. Kindertagesstätten spielen daher bei der Umsetzung und dem Erleben der Kinderrechte eine besondere Rolle. Als zentraler Lebensort für Kinder tragen Kitas – und damit auch pädagogische Fachkräfte – Verantwortung dafür, dass Kinder altersentsprechend über ihre Rechte informiert werden und ihre Rechte wahrnehmen können. 

Kitas sind Orte für Kinder und demnach auch Orte für Kinderrechte. 

Das gelingt, indem sich Kita-Teams gemeinsam auf den Weg machen, die Kinderrechte und deren Bedeutung für die eigene Praxis zu erkunden. Um die Kinderrechte in der pädagogischen Arbeit zu verankern, eignet sich eine Orientierung am Kinderrechte-Ansatz. Dabei geht es darum, alle Konzepte, Entscheidungen und Handlungen im Kita-Alltag an den Rechten von Kindern auszurichten. Eine solche Pädagogik fragt nicht nur nach Bedürfnissen von Kindern, sondern auch nach ihren Rechten. Kinder als Träger*innen von Rechten sollten davon ausgehen können, dass Erwachsene Verantwortung für die gelungene Umsetzung der Kinderrechte übernehmen.

Fortbildung: Kinderrechtebasierte Demokratiebildung in der Kita

Nutzen Sie unser kostenfreies Fortbildungsangebot!

Kompetenzen stärken durch Umsetzung der Kinderrechte im Rahmen von Demokratiebildung

In einer Studie, die das Deutsche Kinderhilfswerk in Auftrag gegeben hat, wurden Erziehungsberechtigte und pädagogische Fachkräfte befragt, welche Kompetenzen sie bei Kindern durch die Umsetzung der Kinderrechte im Rahmen von Demokratiebildung gestärkt sehen.  

Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder durch Beteiligungserfahrungen und Gestaltungsmöglichkeiten über mehr Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit verfügen. Sie fordern ihr Recht auf Beteiligung nicht nur in der Kita, sondern auch in der Familie und in anderen Kontexten ein. Die Fachkräfte und Erziehungsberechtigten stellten zudem fest, dass die Kinder in Konflikten auf Aushandlungen und Kompromisse setzten, damit alle Kinder zu ihrem Recht kommen.

Sie möchten mehr erfahren? 

Zur Studie 

Kinderrechte im Kita-Alltag

Die Schutz-, Beteiligungs- und Förderrechte stehen jedem Kind an jedem Tag zu. Damit Kinder an Entscheidungen, die sie betreffen, mitwirken können, brauchen sie ein sicheres Umfeld, das sie vor Gewalt und Diskriminierung schützt, und gleichzeitig Barrieren abbaut. Nur so kann eine bestmögliche Entwicklung gewährleistet werden. Dabei hat das Kindeswohl immer Vorrang und bildet das Dach über den drei Säulen der Kinderrechte.

Anhand praxisnaher Beispiele des Kitaalltags zeigen wir Ihnen, in welchen zahlreichen Situationen die Kinderrechte relevant sind und gewährleistet werden können. 

Grundlagen der Kinderrechte

Sie möchten Ihr Wissen zur UN-Kinderrechtskonvention und ihren Systematisierungsansätzen auffrischen? Schauen Sie auf dieser Seite vorbei.

Kinderrechte in die Kita bringen

Was können Sie konkret tun, um die Kinderrechte in Ihre Kita zu bringen und deren Umsetzung zu fördern? Was sollte man dabei berücksichtigen? Im Folgenden finden Sie konkrete Impulse für Ihre pädagogische Arbeit.

Kinderrechte mit den jüngsten Kindern

Bereits Kleinkinder treffen Entscheidungen und äußern ihre Wünsche. Damit sie sich aktiv beteiligen können, ist es wichtig, dass die pädagogischen Fachkräfte feinfühlig auf ihre, oft nonverbalen, Signale eingehen. Gerade in Situationen wie Wickeln, Essen und Spielen geben die Kinder durch Mimik und Gestik Hinweise darauf, ob sie mit der Situation zufrieden sind oder nicht. Die Aufgabe der Fachkraft ist es, auf diese Signale zu achten und sie ernst zu nehmen.  

Genauere Informationen zur Umsetzung der Kinderrechte im Krippenbereich finden Sie in unserem Arbeitsmaterial “Demokratiebildung mit den Jüngsten“ 

Kinderrechte in der Elternarbeit  

Da Kita und Familie die zwei zentralen Lern- und Lebensorte der Kinder darstellen, ist für die Umsetzung der Kinderrechte eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern essenziell. Diese sollte durch offene Kommunikation und gegenseitigen Respekt geprägt sein. Elternarbeit umfasst dabei auch, ihnen Räume zur Mitbestimmung zu öffnen, um eine partnerschaftliche Erziehung zu fördern. Niedrigschwellige Angebote unterstützen dabei, Vertrauen aufzubauen, Raum für Austausch zu schaffen und über die Gültigkeit der Kinderrechte zu informieren. Hier ein paar Beispiele:  

  • Elternabende: Nutzen Sie Blitzlichtrunden und Themenecken bspw. zu bestimmten Themen oder einzelnen Kinderrechten
  • Elterncafés: Schaffen Sie Raum zum Kennenlernen, zur Vernetzung und für den Austausch der Eltern
  • Aushänge und Elternbriefe: Verfassen Sie Informationen möglichst in verschiedenen Sprachen und/oder ergänzen Sie diese mit Bildern oder Piktogrammen  
  • Angebote und Aktivitäten: Schaffen Sie Highlights, an denen die Eltern teilnehmen können, z.B. gemeinsames Kochen, Basteln, Elternnachmittage oder Feste

Auf neun verschiedenen Sprachen sowie in Leichter Sprache unterstützt Sie unsere Elterninfo  dabei, das Thema Kinderrechte den Eltern zu vermitteln.

Kinderrechte im Team

Bei der Umsetzung der Kinderrechte kommt es vor allem auf Sie als Fachkräfte an. Es ist hilfreich, sich über die Kinderrechte zu informieren, um dieses Wissen im pädagogischen Alltag weitergeben und umsetzen zu können. Dabei spielt die pädagogische Haltung eine zentrale Rolle. Ein kollegiales Bild vom Kind, das von Vertrauen in die Fähigkeiten der Kinder, der Anerkennung ihrer Individualität und von Wertschätzung für ihre Bedürfnisse geprägt ist, unterstützt die Umsetzung der Kinderrechte auf vielfältige Weise.  

Oft ist es im Alltag eine Herausforderung, auch ungleiche Machtverhältnisse zwischen Erwachsenen und Kindern im Blick zu behalten. Schnell passiert es, dass Kinder ausschließlich aufgrund ihres Alters weniger Gehör finden oder ihre Sichtweisen als weniger bedeutend angesehen werden. Dieses Phänomen wird als Adultismus bezeichnet.

Für Fachkräfte in Kitas bedeutet das, sensibel dafür zu sein, wie Machtverhältnisse zwischen Erwachsenen und Kindern gestaltet werden, und bewusste Schritte zu unternehmen, um diesen Automatismen entgegenzuwirken.

Für die gemeinsame Reflexion der pädagogischen Arbeit eignet sich unser Kartenset „Demokratie in der Praxis“ .

 

 

Good Practice: Kinderrechte-Kitas

Mit dem Projekt „Kinderrechte-Landschaften“ soll erreicht werden, dass die Kinderrechte auf dem Bildungsweg von Kindern von 3-10 Jahren durchgängig eine Rolle spielen. Ziel ist es, dass Kinder ihre Rechte bereits in der Kita kennenlernen und erleben können. Auch nach dem Übergang in die Grundschule sollen sie im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention gefördert, geschützt und beteiligt werden. Erfahren Sie mehr und werden Sie Teil davon!

Kinderrechte-Landschaften kennenlernen

Weitere Maßnahmen zur Stärkung von Kinderrechten

Die folgenden Schritte sollen Sie dabei unterstützen, die Kinderrechte in der Einrichtung bekannt zu machen und umzusetzen:  

  • Kinderrechte kennenlernen und allen Beteiligten und Beschäftigten bekannt machen (auch den Eltern, Küchenangestellten und Haustechniker*innen usw.).
  • Kinderrechte-Check: Welche Kinderrechte setzen wir bereits um? Wo besteht Handlungsbedarf? Bei diesen Fragen können Kinder wertvolle Hinweise geben, wenn sie die Aufgabe gemeinsam angehen.
  • Fortbildungen und Austausch im Team: Besuchen sie regelmäßig Fortbildungen (z.B. vom Deutschen Kinderhilfswerk e.V.) zum Thema Kinderrechte und tauschen Sie sich regelmäßig im Team zum Stand der Vermittlung und Umsetzung der Kinderrechte aus.  
  • Barrieren abbauen: Identifizieren sie Barrieren, die Kinder und Eltern in ihrer Einrichtung behindern. Das ist sehr individuell und erfordert sensible Gespräche. Führen Sie diese am besten direkt bei der Aufnahme in der Kita. Sie können sich auch an die Behindertenbeauftragten Ihrer Gemeinde oder soziale Vereine wenden, die sie beim Abbau von Barrieren unterstützen.  
  • Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren einrichten: Beteiligungsformate und Beschwerdestellen sollten konzeptionell verankert sein. Dabei ist es wichtig, dass Kinder nicht nur gehört werden, sondern, dass ihre Entscheidungen berücksichtigt werden. Erwachsene sind den Kindern gegenüber rechenschaftspflichtig und spiegeln zurück, was mit den Entscheidungen der Kinder passiert ist.  
  • Schutzkonzept erarbeiten: Ein Schutzkonzept stellt einen Handlungsleitfaden zur Prävention und Reaktion von Diskriminierung, Gewalt und Missbrauch.  

Relevante Informations- und Praxismaterialen

Hier finden Sie einen Ausschnitt unserer Informations- und Praxismaterialen zu Kinderrechten in der Kita an einem Ort. Alle Materialien sind in unserer Materialdatenbank zu finden und kostenlos in unserem Shop erhältlich. 

    Broschüre

    Kinderrechte in der Kita

    Bücher

    PIXI-Bücher

    Begleitmaterial

    Vielfalt in der Kita -Methoden für die Kita-Praxis

    Wimmelplakat

    Kinderrechte-Wimmelplakat für die Kita

    Broschüre

    Demokratiebildung mit den Jüngsten

    Kartenset

    Kartenset "Demokratie in der Praxis"

    Broschüre

    Elterninfo "Kinderrechte gemeinsam leben"