Die allgemeinen Qualitätsstandards zur Kinder- und Jugendbeteiligung wurden im Jahr 2009 im Rahmen des Nationalen Aktionsplans „Für ein kindergerechtes Deutschland 2005–2010“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Zusammenarbeit mit einer breit aufgestellten Expert*innengruppe entwickelt.
Sie haben seither in der Praxis weite Verbreitung und hohe Akzeptanz gefunden – nicht zuletzt als Bestandteil von Qualifizierungsangeboten wie denen des Deutschen Kinderhilfswerkes. Da die Standards bewusst knapp formuliert sind, besteht für Fachkräfte in der Beteiligungspraxis die Aufgabe darin, diese auf den jeweiligen Kontext zu übertragen und in konkrete Umsetzungsschritte zu übersetzen.
Ein zentrales Prinzip der Standards ist zudem: Die Themen der Beteiligung sollen von den Kindern und Jugendlichen selbst bestimmt werden – ein wesentlicher Baustein für echte Partizipation auf Augenhöhe.
Was die Qualitätsstandards leisten:
- Klare Orientierung für die Planung, Umsetzung und Reflexion von Beteiligungsprozessen
- Anwendbar in allen Formaten – von Projekten in Kitas bis hin zur kommunalen Jugendbeteiligung
- Praxisnah und anschlussfähig, z. B. in Fortbildungen, Konzeptentwicklungen oder als Argumentationshilfe in der Verwaltung
- Zielgerichtete Unterstützung: helfen dabei, Beteiligung transparent, verbindlich und kindgerecht zu gestalten
Für die Praxis besonders hilfreich:
- Ziele von Anfang an klären
- Entscheidungsspielräume offenlegen
- Zielgruppengerechte Methoden auswählen
- Themen an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen ausrichten
Die Standards fordern nicht nur Beteiligung ein, sondern geben konkrete Hinweise, wie sie qualitativ hochwertig und wirksam umgesetzt werden kann.
Update 2022: Mehr Klarheit für verschiedene Arbeitsfelder
2022 wurden die Qualitätsstandards vom Deutschen Bundesjugendring im Auftrag des BMBFSFJ aktualisiert und konkretisiert – mit dem Ziel, sie noch besser auf die Bedarfe verschiedener Praxisfelder zuzuschneiden. Für Fachkräfte bedeutet das: mehr Orientierung und noch klarere Anknüpfungspunkte für die Umsetzung vor Ort.
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