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Medienbildung und Kinder- und Jugendmedienschutz

Hier finden Sie praxisorientierte Materialien und klare Orientierung, um Kinder im digitalen Raum zu schützen und ihre Medienkompetenz gezielt zu stärken.

Medienbildung und Jugendmedienschutz: Medienkompetenz stärken und digitale Sicherheit fördern

Medienbildung ist darauf ausgerichtet, Kindern und Jugendlichen die Werkzeuge zu geben, um Medien als Ressource für ihre persönliche Entwicklung und Entscheidungsfindung zu nutzen. Sie müssen lernen, in einer zunehmend komplexen und unsicheren Welt selbstbewusst mit Medien umzugehen; verschiedene Medieninhalte einzuschätzen und Potenziale gezielt zu nutzen. Dabei geht es nicht nur darum, sich in der Gegenwart zurechtzufinden, sondern auch darum, Fähigkeiten zu entwickeln, die jungen Menschen helfen, auf zukünftige Herausforderungen und unvorhersehbare Veränderungen flexibel zu reagieren. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche so zu stärken, dass sie auch in schwierigen Situationen mediengestützt und verantwortungsvoll handeln können.

Ein wesentlicher Aspekt der Medienbildung ist die Förderung von Medienkompetenz. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu befähigen, Medien nicht nur verantwortungsvoll und kritisch zu nutzen, sondern sich auch aktiv und kreativ in der Gesellschaft einzubringen und Medieninhalte zu gestalten. In der heutigen Zeit sind diese Fähigkeiten untrennbar mit digitalen Technologien verbunden –  für junge Nutzer*innen ebenso wie für Eltern und Fachkräfte. 

Altersgerechte Medienbildung für Kinder und Jugendliche

In der frühen Kindheit benötigen Kinder vor allem altersgerechte Zugänge zu digitalen Medien, Schutz und Orientierung. Diese Grundlagen sind entscheidend, damit sie sicher und selbstbewusst mit Medien umgehen lernen.

Für Schulkinder stehen zunehmend Fragen der sicheren Nutzung digitaler Medien, der Informationsverarbeitung und der Förderung von Selbstwirksamkeit im Vordergrund. Hier lernen sie, Medien kritisch zu hinterfragen und gezielt einzusetzen. Jugendliche brauchen Räume zur Reflexion, Mitgestaltung und zur Ausbildung ihrer digitalen Identität. Diese Phase ist zentral, um digitale Kompetenzen weiterzuentwickeln und eine bewusste Mediennutzung zu etablieren.

Auch für Eltern und pädagogische Fachkräfte verändern sich die Anforderungen je nach Altersgruppe der Kinder – von der aktiven Begleitung über medienpädagogische Beratung bis hin zur Vorbildfunktion.

Angesichts globaler Krisen, gesellschaftlicher Konflikte und der wachsenden Verbreitung von Falschinformationen gewinnt eine generationsübergreifende Medienbildung zunehmend an Bedeutung. Der Erwerb von digitalen Fähigkeiten ist eine Schlüsselkompetenz, die für Teilhabe und Orientierung in unserer modernen Gesellschaft unverzichtbar geworden ist.

Begriffliche Bestandteile des Kinder- und Jugendmedienschutz

Medienbildung ist ein Unterfall von Jugendmedienschutz (sog. „erzieherischer Jugendmedienschutz“). Weitere Unterfälle sind etwa der gesetzliche Jugendmedienschutz oder auch die Medienwissenschaft und Medienforschung.

Während der erzieherische Kinder- und Jugendmedienschutz auf die Befähigung von Kindern und Jugendlichen abzielt, mit potenziellen Risiken der Mediennutzung umgehen zu können, fußt der gesetzliche Jugendmedienschutz in Deutschland unter anderem auf dem Jugendschutzgesetz des Bundes (JuSchG), dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder (JMStV) sowie dem Strafgesetzbuch (StGB).

Die Regelungen betreffen etwa gesetzliche (Verbreitungs-)Verbote, Alterskennzeichen sowie Sendezeitbeschränkungen.

Eine Übersicht über die begrifflichen Bestandteile des Kinder- und Jugendmedienschutzes lässt sich etwa hier  abrufen (Abbildung 1).

Medienbildung und gesetzlicher Jugendmedienschutz wirken Hand in Hand

Medienbildung vermittelt Kindern und Jugendlichen die Fähigkeit, digitale Inhalte kritisch zu reflektieren und selbstverantwortlich zu nutzen. Gleichzeitig schafft der gesetzliche Jugendmedienschutz die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen, um junge Nutzer*innen vor schädlichen Inhalten zu schützen.

Eine kinderrechtsorientierte Medienbildung macht Kinder und Jugendliche zudem mit wichtigen Schutzmechanismen vertraut – von Alterskennzeichnungen über Privatsphäre-Einstellungen bis hin zu Beschwerde- und Meldesystemen – und befähigt sie, diese Instrumente aktiv einzusetzen.

Darüber hinaus sind verbindliche Strukturen für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen notwendig – etwa bei Regulierungsvorhaben oder in der Entwicklung digitaler Dienste –, um Schutz- und Teilhabeangebote wirksam und bedarfsgerecht mitzugestalten.

Online-Dossier

Teilhaben! Kinderrechtliche Potenziale der Digitalisierung

Entdecken Sie, wie der digitale Wandel neue Chancen für die Teilhabe junger Menschen schafft. Das Online-Dossier zeigt, wie Kinderrechte im digitalen Raum gestärkt werden können – fundiert, praxisnah und aus verschiedenen Blickwinkeln. Beiträge zu Chancen, Herausforderungen und Gelingensbedingungen der digitalen Teilhabe und Bildung werden ergänzt durch inspirierende Good-Practice-Beispiele aus Kitas, Schulen und der außerschulischen Bildung.
 

Kinderrechte online: Zugang, Schutz, Beteiligung

Die Notwendigkeit von Medienbildung folgt direkt aus den Art. 12, 13, 17 und 18 UN-KRK. In der heutigen Zeit ist es jedoch kaum noch möglich, Medien losgelöst vom digitalen Umfeld zu betrachten. Dementsprechend weitet sich auch der kinderrechtliche Fokus.

Für den digitalen Raum besonders hervorzuhebende Kinderrechte

Art. 12 KRK: Recht auf Beteiligung
Kinder haben das Recht, bei allen sie betreffenden Angelegenheiten gehört zu werden.

Art. 13 KRK: Meinungs- und Informationsfreiheit
Kinder dürfen ihre Meinung frei äußern und Zugang zu Informationen erhalten.

Art. 15 UN-KRK: Recht auf Vereinigung und friedliche Versammlung
Kinder dürfen sich mit anderen zusammenschließen und friedlich versammeln.

Art. 18 KRK: Verantwortung der Eltern für die Erziehung
Eltern tragen die Hauptverantwortung für die Erziehung und Entwicklung ihrer Kinder.

alle Kinderrechte im Wortlaut

Fachkräfte als Partner*innen für Medienbildung und Jugendmedienschutz

Für die Förderung von Medienkompetenz tragen nicht nur Erziehende, sondern zugleich auch Bildungseinrichtungen wie Kitas und Schulen sowie die Bildungspolitik, aber auch außerschulische Einrichtungen Verantwortung. Nicht zuletzt werden mit ausgewählten Veröffentlichungen und Aktivitäten auch die Akteure des gesetzlichen Jugendmedienschutzes (Freiwillige Selbstkontrollen, Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz, Medienanstalten) adressiert. Sie helfen mit, bei Regulierungsaktivitäten eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten.

Medienkompetenzförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Gleichzeitig sollte die Förderung von Medienkompetenz nicht nur in Bildungseinrichtungen oder durch Expert*innen stattfinden, sondern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen werden. Nur wenn alle Akteure – von der Politik über Unternehmen bis hin zu Eltern und Lehrkräften – zusammenarbeiten, kann eine kompetente, reflektierte und verantwortungsvolle Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen gewährleistet werden. 

Materialien zu Medienbildung und Jugendmedienschutz

Kinder und Jugendliche sollen Medien selbstbestimmt, kritisch und kreativ nutzen können – zugleich braucht es klare, angemessene Schutzrahmen und echte Beteiligungsmöglichkeiten bei der Gestaltung digitaler Räume. Dafür bietet das Deutsche Kinderhilfswerk neben praxisnahen Materialien, Unterstützungsangeboten und Orientierung für Fachkräfte, Erziehende und Kinder auch wissenschaftlich fundierte Publikationen, die aktuelle Forschungsergebnisse und praxisorientierte Handlungsempfehlungen bündeln.

Praxisratgeber: Medienkompetenz im Alltag stärken

Die Ratgebermaterialien des Deutschen Kinderhilfswerkes zielen darauf ab, Eltern und Erziehende für die vielfältigen Herausforderungen und Chancen der digitalen Mediennutzung zu sensibilisieren. Sie fördern nicht nur Datenschutz und reflektiertes Verhalten, sondern stärken auch das Selbstvertrauen junger Nutzer*innen im digitalen Raum.

Darüber hinaus bieten die Ratgeber eine praxisnahe Grundlage für pädagogische Fachkräfte. Durch ihre Vielseitigkeit lassen sich die Materialien gezielt in unterschiedlichen Arbeitskontexten einsetzen – sei es in der Schule, in der Jugendhilfe oder in der medienpädagogischen Beratung. So werden nicht nur Erwachsene unterstützt, sondern auch Kinder und Jugendliche befähigt, sich sicher und souverän in digitalen Welten zu bewegen.

Anregungen, Tipps und Ratgeber

Hier steht Ihnen eine Auswahl von geeigneten Materialien zum Thema Medienbildung zur Verfügung. In unserer Materialdatenbank können Sie noch weitere entdecken.

    Magazin

    Genial Digital

    Quiz

    Das große Medienquiz auf kindersache.de

    Online-Plattform

    Elternguide.online

    Ratgeber

    Eltern-Ratgeber zum Sharenting

Medienwissenschaftliche Publikationen

Medienwissenschaftliche Publikationen spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Kinderrechte im digitalen Raum, indem sie fundiertes Wissen und praxisnahe Lösungen bieten. Sie helfen, die Herausforderungen der digitalen Welt zu verstehen und zeigen auf, wie Kinderrechte – wie Schutz vor Missbrauch, Zugang zu Bildung und der Schutz der Privatsphäre – effektiv umgesetzt werden können. So tragen diese Arbeiten dazu bei, eine sichere, gerechte und inklusive digitale Zukunft für Kinder zu gestalten. Hierfür sollten einerseits Anreize und Veröffentlichungsplattformen für medienwissenschaftliche Publikationen geschaffen werden, anderseits auch medienwissenschaftliche Untersuchungen von Kinderrechtsorganisationen selbst umgesetzt und verbreitet werden. So kann die allgemeine medienwissenschaftliche Perspektive mit dem kinderrechtlichen Fokus kombiniert werden.  

Rechtswissenschaftliche Gutachten 

Eine zunehmende Bedeutung im Rahmen der Medienwissenschaft erlangt dabei auch die Beauftragung von Gutachten aus dem Bereich des Medienrechts. Denn für eine effektive Umsetzung der UN-KRK, kommt es ganz wesentlich auf die Aktivitäten von Inhalteanbietern, Mediendiensten, Geräteherstellern, sowie den großen und kleine Online-Plattformen an. Hinter diesen Akteuren steht eine komplexes Konstrukt aus nationalen und internationalen Gesetzestexten, welches sich in den letzten Jahren zudem als besonders dynamisch erwiesen hat. Rechtswissenschaftliche Gutachten tragen durch fundierte Analysen dazu bei, Gesetze und Vorschriften zu überprüfen und so anzupassen, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum bestmöglich gewährleistet ist. Sie sind die Grundlage, um zeitgemäße Regulierungslösungen für die sich schnell verändernde Medienlandschaft zu entwickeln. 

Studien, Recherchen und Gutachten

Hier steht Ihnen eine Auswahl sowohl an medienwissenschaftlichen Publikationen, als auch rechtswissenschaftlichen Gutachten zur Verfügung. In unserer Materialdatenbank können Sie noch weitere entdecken.

    Pilotrecherche

    Beteiligung im Jugendmedienschutz

    Studie

    Online-Interaktionsrisiken

    Metarecherche

    Bewältigungsstrategien

    Rechtsgutachen

    Family-Influencing

    Gutachten

    Kinderrechte im digitalen Umfeld

Kooperationen und Partner*innen im Bereich Medienbildung und Jugendmedienschutz

  • Mitglied bei www.seitenstark.de  , Arbeitsgemeinschaft vernetzter Kinderseiten
  • Fördermitglied in der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur  in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (GMK)
  • Fachbeiratsmitglied bei www.klicksafe.de  , dem nationalen Knotenpunkt in Deutschland des Verbunds Insafe (Internet Safety Awareness for Europe)
  • Mitglied in der Initiative “Gutes Aufwachsen mit Medien ” , bundesweiter Zusammenschluss von Akteuren, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
  • Kooperationspartner im Projekt “Elternguide.Online ” zur Unterstützung von Eltern in der Medienerziehung mit dem JFF – Institut für Medienpädagogik, der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter e.V. (FSM), der Kindersuchmaschine fragFINN, Klicksafe, der Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) mit der Unterstützung von Meta
  • Mitglied im Beirat der Stiftung Digitale Chancen  , welche zu gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung forscht
  • Mitglied in der National Coalition Deutschland– Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention 
  • Preisstiftender Partner zur Vergabe des “medius ”, ein Preis für Abschlussarbeiten, zusammen mit der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (GMK), der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF)

Unser Einsatz für Kinder- und Jugendmedienschutz

Das Deutsche Kinderhilfswerk entwickelt praxisnahe Materialien, bietet Unterstützungsangebote und veröffentlicht wissenschaftlich fundierte Publikationen, die Forschungsergebnisse und Handlungsempfehlungen für den digitalen Kinder- und Jugendmedienschutz bündeln. Es berät Fachkräfte, Erziehende und politische Entscheidungsträger und stellt Orientierungshilfen für die kindgerechte Gestaltung digitaler Räume bereit.

Zudem bringt sich das Kinderhilfswerk aktiv in die medienpolitische Debatte ein: mit Positionspapieren, Stellungnahmen und eigenen Studien setzt es sich für klare gesetzliche Rahmenbedingungen, wirksamen Jugendmedienschutz und eine kinderrechtsorientierte Medienbildung ein.

Weitere Informationen zur medienpolitischen Arbeit finden Sie auf der Hauptseite des Deutschen Kinderhilfswerks.