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Kinder- und Jugendparlamente stärken – Beteiligung fördern

Kinder- und Jugendparlamente sind zentrale Orte gelebter Demokratie und wirksamer Mitbestimmung junger Menschen auf kommunaler Ebene. Erfahren Sie mehr über die Servicestelle Starke Kinder- und Jugendparlamente und ihre Arbeit.

Was sind Kinder- und Jugendparlamente?

Kinder- und Jugendparlamente (KiJuPa) sind ein seit den 1980er Jahren etabliertes Format der institutionalisierten und repräsentativen Beteiligung junger Menschen auf kommunaler Ebene (Gemeinden, Städte, Landkreise). Der Begriff wird dabei ausdrücklich als Sammelbegriff für verwandte Praxisformen verwendet: Er umfasst auch vergleichbare Gremien wie Kinder- und Jugendgemeinderäte, Jugendforen, Jugend(bei)räte oder ähnliche Formate.
Kennzeichnend für Kinder- und Jugendparlamente ist ihre Nähe zu politisch- parlamentarischen Strukturen und Gremien: KiJuPa verfügen über ein allgemeinpolitisches Mandat zur Vertretung der Interessen von Gleichaltrigen und werden durch eine kooperative Grundhaltung von Politik und Verwaltung unterstützt. Sie sind divers zusammengesetzt, umfassen häufig 10 bis 25 Mitglieder im Alter von etwa 12 bis 18 Jahren und sind idealerweise Teil einer vielfältigen lokalen Beteiligungslandschaft. Mehr dazu unter: FAQ zu institutionalisierter kommunaler Kinder- und Jugendbeteiligung.

Wieso ist diese Beteiligungsform wichtig und kinderrechtlich relevant?

Die UN-Kinderrechtskonvention ist auch in Deutschland geltendes Recht und verpflichtet dazu, Kinder und Jugendliche an allen sie betreffenden Angelegenheiten zu beteiligen. Besonders Artikel 12 betont ihr Recht auf Mitsprache: Junge Menschen sollen informiert werden, ihre Perspektiven einbringen können und in Entscheidungen berücksichtigt werden. Gerade auf kommunaler Ebene betrifft ein Großteil politischer Maßnahmen und Entscheidungen direkt oder indirekt ihr Lebensumfeld – deshalb ist wirksame Beteiligung hier besonders wichtig.
Kinder- und Jugendparlamente leisten dazu einen zentralen Beitrag: Sie schaffen einen strukturierten Rahmen, in dem junge Menschen ihre Interessen selbstwirksam einbringen und auf die Einhaltung von Kinderrechten hinweisen können. Kinder haben nicht nur ein Recht darauf, in Entscheidungen, die ihre Lebenswelt betreffen, mit eingebunden zu werden, sondern sind auch in der Lage dazu, auf mögliche Auswirkungen von Entscheidungen auf ihre Altersgruppe aufmerksam zu machen. So stärken kommunale Kinder- und Jugendgremien nicht nur die Rechte und politische Selbstwirksamkeit junger Menschen, sondern tragen auch zu besseren und tragfähigeren Entscheidungen in Kommunen bei.

Das ist die Servicestelle Starke Kinder und Jugendparlamente

Die Servicestelle Starke Kinder- und Jugendparlamente beim Deutschen Kinderhilfswerk ist Teil der bundesweiten Initiative Starke Kinder- und Jugendparlamente  und wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert. Die Initiative Starke Kinder- und Jugendparlamente stärkt Kinder- und Jugendgremien auf kommunaler Ebene durch Beratung, Qualifizierung, Vernetzung und Information für Kommunalpolitik und -verwaltung, Fachkräfte sowie Kinder, Jugendliche und alle, die sich für kommunale Kinder- und Jugendgremien interessieren. 
Im Rahmen der Initiative arbeitet die Servicestelle eng mit dem Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. als Träger der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente , dem Jugendbeirat der Initiative sowie dem für die Jugendstrategie und eigenständige Jugendpolitik zuständigen Fachreferat des BMBFSFJ zusammen.
Die Mitglieder des Jugendbeirats sind zwischen 14 und 22 Jahren alt und bringen ihre eigenen Erfahrungen aus kommunalen Kinder- und Jugendgremien ein. Sie beraten das Team ehrenamtlich und tragen dazu bei, dass die Initiative die Themen aufgreift, die für aktive Kinder und Jugendliche in institutionalisierten, kommunalen Beteiligungsgremien wichtig sind. Von 2020 bis 2024 wurde die Initiative zudem durch eine wissenschaftliche Begleitung von Prof. Dr. Roland Roth und Prof. Dr. Waldemar Stange unterstützt. 

Die Schwerpunkte der Servicestelle

Die Servicestelle unterstützt Kinder- und Jugendparlamente sowie Kommunen bundesweit mit Beratung, Information und Vernetzung. Mit verschiedenen praxisnahen Beratungsangeboten unterstützt die Servicestelle bedarfsorientiert und niedrigschwellig bei Themen und Herausforderungen von Kinder- und Jugendparlamenten vor Ort – dabei werden verschiedene Formate, wie zum Beispiel eine offene digitale Sprechstunde oder Peer-to-Peer Beratungen zwischen jungen Menschen genutzt. 
Außerdem liefert die Servicestelle in zahlreichen Publikationen - von Broschüren, Studien bis zu Rechtsgutachten - Hintergrundwissen und Informationen zu kommunalen Kinder- und Jugendgremien für diverse Zielgruppen. 2018 veröffentlichte die Servicestelle gemeinsam mit Prof. Dr. Roland Roth und Prof. Dr. Waldemar Stange die erste bundesweite empirische Studie zu Kinder- und Jugendparlamenten, aus der Qualitätsmerkmale für kommunale Kinder- und Jugendgremien abgeleitet wurden. 
Ein zentraler Schwerpunkt der Servicestelle liegt zudem in der bundesweiten Vernetzung von Kinder- und Jugendparlamenten. Um das Wir-Gefühl zu stärken, voneinander zu lernen und gemeinsam eine starke, engagierte Community zu bilden, lädt die Servicestelle regelmäßig zu einem Bundesvernetzungstreffen ein. 

Mehr zu unseren Angeboten in den einzelnen Bereichen ist unter den Folgenden Links zu finden:

Beratung

Die Servicestelle bietet bedarfsorientierte Beratung zu Gründung, Wahlen, Satzung, Mitgliedergewinnung und weiteren Gremienthemen an.

unser Beratungsangebot

Information

Von Broschüren bis Rechtsgutachten zu länderspezifischen Regelungen, über kommunale Kinder- und Jugendgremien: Die Servicestelle informiert in zahlreichen Publikationen.

Publikationen und Informationen

Vernetzung

Ein Schwerpunkt ist die bundesweite Vernetzung. Um das Wir-Gefühl zu stärken, findet jährlich ein Bundesvernetzungstreffen statt; Landesdachverbände sind in der Bundeskonferenz zusammengeschlossen.

zur Vernetzungsseite

Begleitung durch den Jugendbeirat

Die Initiative Starke Kinder- und Jugendparlamente wird von einem Jugendbeirat bestehend aus 10 bis 16 engagierten jungen Menschen beraten. Dieser unterstützt uns dabei, Kinder- und Jugendparlamente bundesweit zu stärken, und fördert die Mitbestimmung junger Menschen in Politik und Gesellschaft.

mehr zum Jugendbeirat

Veranstaltungen

Interesse am Thema Kinder- und Jugendparlamente? Jeden letzten Dienstag im Monat öffnen wir mit unseren qualifizierten Kommunalberater*innen die digitale Sprechstunde für alle Interessierten als auch für konkrete Praxisfragen. Außerdem steht im September 2026 die größte Veranstaltung der Servicestelle Starke Kinder- und Jugendparlamente an: Das Bundesvernetzungstreffen für in Jugendgremien aktive bzw. daran interessierte junge Menschen und erstmals auch für Fachkräfte aus dem Feld kommunale Jugendbeteiligung. Mehr Informationen zu der Veranstaltung folgen in Kürze.

Digitale Sprechstunde: Kostenlos und ohne Voranmeldung

Zu allen Fragen rund um kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung. 

Datum & Uhrzeit: jeder letzte Dienstag, 16-17 Uhr
Zielgruppe: Kinder, Jugendliche, Politik, Verwaltung, Jugendarbeit
Veranstaltungsort: Zoom

zur Sprechstunde

Bundesvernetzungstreffen #BVT2026

Beim Bundesvernetzungstreffen werden Austausch, Teilhabe und Vernetzung gestärkt.

Datum & Uhrzeit: 19. – 20.09.2026 
Zielgruppe: Kinder, Jugendliche, Fachkräfte aus der Jugendarbeit
Veranstaltungsort: Halle (Saale)

Infos und Link zur Anmeldung

Social Media

StaKiJuPa auf Instagram

Über unseren Instagram Account teilen wir und die Akademie Starke Kinder- und Jugendparlamente alle Ankündigungen zu Angeboten und Events mit. Folgt uns gerne und bleibt so up-to-date dazu, was in der Initiative alles passiert.

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StaKiJuPa Podcast

Ein Podcast über die Arbeit, Erfahrungen, schöne Momente sowie Herausforderungen von Kinder- und Jugendgremien. Moderiert vom Jugendbeirat der Initiative, produziert von Michael Schulte.

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