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Die Gemeinde stellt einen "Wunsch-Baum" in einer Kinder- oder Jugendeinrichtung auf, an den die Kinder und Jugendlichen Wunschzettel hängen können.
1. Vorüberlegungen:
Wenn diese Fragen geklärt sind, wird Kontakt zu der ausgewählten Kinder- und Jugendeinrichtung aufgenommen, das Vorgehen besprochen und Termine ausgemacht.
Dann wird ein geeigneter, gut verzweigter Baum oder ein großer Ast besorgt (Forstwirtschaft, Gärtnerei, Baumschule, Landwirtschaft o.ä.) und ein Pappschild mit der Aufschrift "Wunschbaum" und der Fragestellung gemalt.
2. Wünsche von Kindern und Jugendlichen
Der Baum wird von den für die Aktion verantwortlichen Gemeindemitarbeiter*innen an einem gut erreichbaren Ort in der Einrichtung aufgestellt und das Schild mit der Aufschrift "Wunschbaum" und der Fragestellung wird angebracht.
Nachdem den Kindern und Jugendlichen der Baum vorgestellt wurde, werden sie ermutigt, möglichst viele Wünsche und Ideen zu äußern.
Wichtig ist, dass den Kindern und Jugendlichen erklärt wird, was mit ihren Äußerungen geschehen soll, welche Auswirkungen sie haben können und wie sie von der Gemeinde weiterverarbeitet werden sollen.
3. Auswertung der Wünsche
Der Baum bleibt ca. eine Woche in der Einrichtung stehen. Während dieser Zeit schreiben oder zeichnen die Kinder und Jugendlichen ihre Wünsche und Ideen auf und hängen sie an den Baum. Nach einer Woche werden die Wunschzettel abgeholt und ausgewertet.
4. Gemeinsame Auswertung mit Kindern und Jugendlichen
Nach dieser Auswertung besuchen die Gemeindevertreter*innen die Kinder/ Jugendlichen in der Einrichtung, um mit ihnen über die Wunschzettel und die Konsequenzen für die Kommunalpolitik zu diskutieren.
In der Regel ist die Laufzeit der Aktion ca. zwei Wochen (darunter zwei Treffen von ca. 2 Std.).
Geeignet für welche Situationen?
a) gut geeignet zum Herausfinden von Wünschen, Ideen und Bedürfnissen von Kindern/Jugendlichen
b) gut geeignet, wenn ein konkretes Thema oder Planungsvorhaben besteht
c) gut geeignet, zum Herstellen des persönlichen Kontaktes zwischen der Gemeinde und Kindern/Jugendlichen durch Ernstnehmen ihrer Bedürfnisse
Vorteile: Die Methode ist einfach, aber visuell eindrucksvoll.
Nachteile: Die Weiterarbeit mit den Ergebnissen wird manchmal vernachlässigt.
Besonders wichtig ist eine gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendeinrichtung, da diese die Kinder und Jugendlichen am ehesten motivieren können, ihre Wünsche zu äußern. Ob die Aktion erfolgreich wird, hängt entscheidend von der Stimmung in der Einrichtung gegenüber dem Thema und der Aktion ab.
Damit die erste Hemmschwelle der Kinder und Jugendlichen überwunden wird, kann es sinnvoll sein, die Wunschzettel in Kleingruppenarbeit zu erarbeiten.
Der Wunschbaum kann in der Sommerzeit auch im Freien, z.B. vor einer Kindertagesstätte oder Schule, aufgestellt werden. Er kann auch für nur einen Tag, z.B. am 20. September, dem Weltkindertag, aufgestellt werden. Dafür eignet sich das Rathaus, ein Dorfgemeinschaftshaus oder das kirchliche Gemeindezentrum.
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