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Die Kinder reisen in die Welt ihrer Fantasie. Dort gehen sie durch ihren Stadtteil und sehen ihn so, wie er in Zukunft aussehen könnte, wenn sie ihre Wünsche verwirklichen könnten.
Fantasiereisen sind in allen Kontexten einsetzbar und ein geniales Mittel, um hemmende Alltagserfahrungen loszulassen, Kreativität zu entfalten und Visionen zu entwickeln.
Unter "Fantasiereise (allgemein)" finden sie die Beschreibung eines typischen Verlaufs einer freien Fantasiereise und die wichtigsten Hinweise. Es wird aber dennoch empfohlen, vor der eigenständigen Durchführung selbst als Teilnehmer*in Erfahrungen zu sammeln und sich darüber hinaus mit der Thematik vertraut zu machen, da eine Fantasiereise schnell scheitern kann (und manchmal auch Gefahren mit sich bringt). Eine umfangreiche Literatur steht hier zur Verfügung.
Hier finden sie nun einen Beispieltext für die Durchführung einer Fantasiereise mit Kindern zum Thema "Unser Stadtteil". Beispieltext (Quelle: Münchner Kinder- und Jugendforum/Kultur & Spielraum e.V. Ökoprojekt - MobilSpiel e.V.: Kinderaktionskoffer - München 2000)
Fantasiereise: Deine Traumstadt
"Suche dir einen Platz in diesem Raum, lege dich auf den Boden und mache es dir bequem. Atme ein paarmal kräftig ein und aus, dann lass deinen Atem ruhiger werden. -
Wenn du richtig bequem liegst, schließe deine Augen. - Du hörst meine Stimme - andere Geräusche von draußen, Kinderstimmen, Vogelgezwitscher. - Und während du mit geschlossenen Augen daliegst, stehst du jetzt auf. In deiner Fantasie. - Du gehst in Gedanken hinaus aus diesem Zimmer, die Treppe hinaus, raus aus dem Haus, in den Garten. Du triffst auf einen Weg, den du entlang gehst. -
Plötzlich entdeckst du ein Tor. - Du gehst auf dieses Tor zu. - Nun stehst du vor dem Tor. - Schau es dir genau an: Welche Farbe hat es? Wie kannst du es öffnen?
- Gehe durch das Tor, denn hinter dem Tor erwartet dich eine Stadt, so wie du sie dir immer schon gewünscht hast. - Schau dich um: Vielleicht bist du auf einer Straße oder in einem Park? Vielleicht begegnest du Menschen oder vielleicht auch nicht? Wie sieht es dort aus? Welche Geräusche hörst du? Was riechst du? Wie fühlt es sich an? Ich lasse dir jetzt ein wenig Zeit, dich in Ruhe umzuschauen und werde dich beim Betrachten nicht mehr stören. -
(ca. zwei Minuten Stille)
Denke nun allmählich wieder ans Zurückkehren. Aber lass dir Zeit. - Gehe zum Tor zurück, schau dich noch einmal um und nimm Abschied. - Dann gehe durch das Tor durch und schließe es fest hinter dir zu. - Du kannst jederzeit in deine Traumstadt zurückkehren. Gehe den Weg, den du gekommen bist, wieder zurück. Zurück in dieses Zimmer und wenn du hier angekommen bist, mache die Augen auf. Strecke dich und atme kräftig durch. - Setze dich vorsichtig über die Seitenlage auf.
Wie geht es dir? Was spürst du?
Sprich nicht gleich über deine Erinnerungen, sondern male ein Bild von deiner Traumstadt. Wir werden später die Bilder gemeinsam anschauen. Wenn du magst, kannst du uns dein Bild erklären und beschreiben, wie es in deiner Traumstadt aussieht."
Variante 1: Die Kinder können in Teilgruppen ihre Erlebnisse auf großen gemeinsam gestalteten "Gemälden" wie in Patchwork zusammenführen. Dies benötigt natürlich Absprache unter den Maler*innen. Die Werke werden anschließend eindrucksvoll öffentlich ausgestellt. Besonders eignen sich hier, wegen der Haltbarkeit, Sperrholzplatten. Die Gemälde sollten allerdings, wenn sie im Freien ausgestellt werden, beispielsweise durch Klarlack gesichert werden.
Für die Grundform:
Für die Variante 1:
oder
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