Kinderrechte in Deutschland
Engagement – Information – Vernetzung

Anne Dehler

Projektbüro "Kultur macht stark"

030 308693-34

Kultur.Bildung.Diversität – Über die Bedeutung vielfaltsbewusster Bildung in der kulturellen Praxis

Ein Fachtag des Deutschen Kinderhilfswerkes im Rahmen des Förderprogrammes „It’s your Party-cipation“

Teilhabegerechtigkeit ist ein wesentliches Ziel kultureller Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Umsetzung bringt in der sozialen Praxis jedoch nicht wenige Herausforderungen mit sich. Einerseits gilt es, bestimmte Zielgruppen gezielt zu empowern, andererseits birgt diese Herangehensweise die Gefahr der Stereotypisierung und Stigmatisierung. Wie kann ein Zugang zu kultureller Bildung, der die gesellschaftliche Vielfalt im Blick behält, aussehen? Und wie können sich Bildungsakteur*innen hier gleichberechtigt unterstützen und voneinander lernen?

Der Fachtag möchte sich den vielfältigen Bedürfnissen unterschiedlichster Zielgruppen in der kulturellen Kinder- und Jugendbildung widmen und gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Theorie und Praxis diskutieren. Dabei steht die Vermittlung theoretischer Grundlagen einer sensiblen Gestaltung im Umgang mit Diversität in der Kinder- und Jugendarbeit ebenso im Vordergrund wie der Austausch über praktische, aber auch politische Gelingensbedingungen. Es werden u.a. Einblicke in die frühkindliche und rassismuskritische kulturelle Bildungsarbeit ermöglicht sowie Grundlagen der intersektionalen und inklusiven Pädagogik vermittelt.

Das Deutsche Kinderhilfswerk ist Partner und Förderer im Programm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Mit "It’s your Party-cipation" initiiert das Deutsche Kinderhilfswerk bundesweit Bündnisse für Bildung, die im Rahmen kulturell-künstlerischer Arbeit einen Fokus auf die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen legen und sich mit den Kinderrechten auseinandersetzen.

12. November 2020 // 10.15 bis 16:30 Uhr // ZOOM

Der Fachtag richtet sich insbesondere an kulturelle Bildnerinnen und Bildner und andere Vertreterinnen und Vertreter aus Projekten der kulturellen Kinder- und Jugendbildung.

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Wir freuen uns über Weiterleitung an Interessierte und sind gespannt auf den gemeinsamen Diskurs!

Verbindlich anmelden können Sie sich hier: https://doo.net/veranstaltung/58230/buchung

Für Fragen steht Ihnen Anna Mettner unter mettner@dkhw.de zur Verfügung.


Programm

10:15    Ankommen und Technikcheck


10:30    Start und Begrüßung
             Anne Dehler & Anna Mettner; Projektbüro „It´s your Party-cipation“, Deutsches Kinderhilfswerk
             Moderation: Andrea Blome


10:45    (Re)Positionierungen und Safer Spaces – eine intersektionale Betrachtung der kulturellen
             Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen
             Céline Bartholomaeus; Theatervermittlerin, Künstlerin, Pädagogin, Aktivistin


11.15    Jugend, Kultur und Vielfalt: Interaktion und Partizipation als Motor einer funktionierenden bunten
             Gesellschaft
             Umut Ali Öksüz; Berater, Autor, Kulturvermittler, Pädagoge mit Schwerpunkt Interkulturelle Bildung und
             Erziehung,
Kinderschutzfachkraft § 84 SGB VIII


11:45    Pause


12:00    Diversität und Kulturelle Bildung im Gespräch
             Céline Bartholomaeus, Umut Ali Öksüz
             Moderation: Andrea Blome


12:30    Reflexion und Austausch im Plenum
             Moderation: Andrea Blome


13:00    Mittagspause


14:00    Workshops 1-4

          1. Frühkindliche kulturelle Bildung diversitätsbewusst und diskriminierungskritisch gestalten
          Überlegungen auf der Grundlage Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung©
         
Petra Wagner; Leiterin Institut für den Situationsansatz
         
Junge Kinder wachsen in unterschiedlichen Lebenswelten und Familienkulturen auf. Sie sind auf
          unterschiedliche Weise von Ausgrenzung und Diskriminierung betroffen. Bildungseinrichtungen
          müssen die Unterschiede berücksichtigen und gleichzeitig Abwertungen und Ausschlüsse vermei-
          den. Auch Projekte und Angebote kultureller Bildung sind daraufhin zu befragen, wie sie der
          Vielfältigkeit der Lebenswelten junger Kinder gerecht werden und inwiefern einseitige Denk-
          muster vorherrschen die bestimmte Erfahrungen von Kindern abwerten oder an den Rand drängen.
          Auf der Grundlage des Ansatzes der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung©, eines inklusi-
          ven Praxiskonzepts für Kitas und Schulen, werden pädagogische Denk- und Handlungsroutinen
          hinterfragt, die Gleichwürdigkeit und Antidiskriminierung behindern und möglicherweise auch in
          der kulturellen Bildung auftreten.

          2. Rassismuskritisch und diversitätsbewusst – Kulturelle Bildungsprojekte unter der Lupe
          Leslie Froböse; Anti-Bias Trainerin und Trainerin für diversitätsbewusste kulturelle Bildungsprojekte
          Im Workshop werden auf einer Art Untersuchungsreise spielerisch die eigene Haltung reflektiert,
          Effekte und Funktionen von Vorurteilen analysiert sowie Themenbezüge und künstlerisches
          Repertoire auf ihre Offenheit für Identifikationen unterschiedlicher Lebenswirklichkeiten hin
          überprüft. Ausgangspunkt der Überlegungen sind immer die jeweilige Gruppe mit der ein Projekt
          umgesetzt werden soll.

          3. Intersektionale Pädagogik – Grundlagen von Diversität und Inklusion (Arbeitstitel)
          Edwin Greve und Senami Zodehougan; Initiative Intersektionale Pädagogik
         
Der Workshop befasst sich u.a. mit den Fragen: Was ist Intersektionalität? Was ist Inklusion?
          Welche Diskriminierungsformen und Machtverhältnisse spielen dabei eine Rolle?
          Anhand von Beispielen werden die Anwendungsmöglichkeiten in der kulturellen Bildung
          mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen diskutiert.

          4. Begegnung gestalten, Bewusstsein fördern: Diversitätsmanagement im FEZ-Berlin
         
Eva Stollreiter; Leiterin Team Diversität FEZ
          Das FEZ-Berlin hat 2017 Diversität als einen seiner strategischen Schwerpunkte festgelegt.
          Es strebt danach, Vielfalt als einen Grundstein in seiner Unternehmenskultur zu etablieren,
          sowohl mit Blick auf die Besucher*innen und das Programmangebot als auch intern. In dem
          Workshop können die Teilnehmenden einen Einblick in die Praxis des Diversitätsmanagements
          im FEZ gewinnen und eigene Fragestellungen vertiefen, insbesondere mit Blick auf interne
          Prozesse. Im Vordergrund stehen konkrete Beispiele und der Erfahrungsaustausch.


15:30    Pause


15:45    Offenes Forum für Fragen und Austausch
             Moderation: Andrea Blome


16:30    Ende der Veranstaltung