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Eine Kindergruppe erarbeitet kreative Vorschläge und Ideen für eine kinderfreundliche Gemeinde. Hierbei wird nach dem dreiteiligen Phasenschema der Zukunftswerkstatt (Kritikphase - Phantasiephase - Umsetzungsphase - Präsentation) sowie nach phantasiefördernden Regeln und Methoden vorgegangen.
Bei der Kinderversammlung wird nach den drei Phasen der Zukunftswerkstatt (Kritik - Phantasie - Umsetzung - Präsentation) vorgegangen. Eingebettet sind die Hauptphasen in eine Einstiegsphase und eine Ausstiegsphase.
Diese Phasen können bei der Kinderversammlung kindgerecht umbenannt werden. Zum Beispiel: "Meckerphase", "Wunsch- und Traumphase" und "Losleg-Phase".
Einstiegsphase
Sie soll den Kindern das Ankommen und eine erste Orientierung erleichtern. Wichtig sind aktivierende Methoden, durch die die Kinder bereits beim Ankommen etwas zu tun haben und mit anderen ins Gespräch kommen. Musik im Hintergrund lockert die Atmosphäre.
Folgende Methoden/Arbeitsschritte können angewandt werden:
Beim Ankommen tragen sich alle Kinder mit einem Foto, ihrem Namen, ihrem Alter und vielleicht auch ihrem Wohnort in eine große Tafel ein.
Damit sich Kinder und Moderator*innen mit Namen anreden können, schreiben alle ihre Namen auf ein Stück Kreppband und kleben es sich an die Brust.
Auf großen Papierbögen beantworten die Kinder schriftlich Fragen und vervollständigen angefangene Sätze (passend zum Thema).
Beispiel für Fragen und angefangene Sätze:
Vorstellungsrunde (Kennenlern- und Lockerungsspiel)
Nachdem sich die Kinder in der Mitmachtafel und auf die Dialog- und Kommunikationswände eingetragen haben, kommen alle zu einem Stuhlkreis zusammen. Die Moderator*innen begrüßen alle herzlich, stellen sich kurz vor und beginnen mit einem Kennenlern- und einem Lockerungsspiel.
Vorstellung des Tagesablaufs
Die Moderation erklärt den Kindern kurz die Phasen der Zukunftswerkstatt und was im Laufe des Tages auf sie zukommt. Auch die Fragen der Kinder werden geklärt.
Kritikphase ("Meckerphase")
In dieser Phase können die Kinder meckern und ordentlich "Dampf ablassen". Es geht bei der Kritikphase nicht um eine ausführliche Analyse von Kritikpunkten sondern um eine Sammlung von "Stolpersteinen und um das Abreagieren der damit verbundenen Emotionen. Hauptziel der Kritikphase ist es, für die Phantasiephase einen freien Kopf zu bekommen. Ein angstfreies Klima ist in der Kritikphase wichtig. Alles darf gesagt, geschrieben und kritisiert werden, nur keine persönlichen Beleidigungen und Beschimpfungen von Personen.
Hauptfragen in dieser Phase:
Methoden der Kritikphase:
Schöne Orte/ Blöde Orte: Mit farbigen Punkten kennzeichnen die Kinder in einem vergrößerten Ortsplan die Orte, an denen sie sich gerne aufhalten, die sie für gefährlich halten oder an denen sie Angst haben. Das Ergebnis weist häufig interessante Häufungen auf, die Anstöße zur Weiterarbeit bieten.
Zur Leitfrage "Was finde ich blöd an unserem Dorf? Was stinkt mir an unserem Dorf?" schreiben die Kinder ihre “Meckereien” auf grüne DIN-A4-Blätter und kleben sie auf einem Riesenpapierbogen zu einem Motzmonster zusammen.
Jedes Kind malt seinen eigenen wichtigsten Kritikpunkt. Alle Kritikbilder ("Meckerbilder") werden an eine (Pinn-)Wand gehängt. Wer mag, darf den anderen erklären, was auf dem eigenen Bild zu sehen ist.
Phantasiephase ("Wunsch- und Traumphase")
Hier geht es darum, eine Gegenwelt zur Kritikphase zu schaffen, Problemlösungen und neue Ideen zu entwickeln.
Das sind die Leitfragen dieser Phase:
Alles kann erträumt werden, nichts ist unmöglich. In der Phantasiephase sind Phantasielockerungen und Kreativmethoden wichtig, um das häufig ungewohnte Träumen zu erleichtern. Die Phantasiephase muss deutlich von den anderen Phasen getrennt werden! Kritik an den Ideen und Wünschen oder die Überprüfung der Realisierbarkeit haben in der Phantasiephase zunächst - nichts zu suchen.
Methoden der Phantasiephase
Durch die Rahmengeschichte leitet die Moderation von der Kritikphase in die Phantasiephase über. Sie erzählt den Kindern von einem Zauberwesen, das die Kraft hat, blöde Sachen in gute zu verwandeln und Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn alle mitmachen, kann dieses Zauberwesen durch ein einfaches Zauberlied gerufen werden, das die Moderation mit den Kindern einübt. Diese Figur wird von einer Moderation gespielt - in phantasievoller Verkleidung. Das Zauberwesen berichtet den Kindern kurz, wer es ist und wo es herkommt. Wenn das Zauberwesen deren Zauberkraft durch einige einfache Zaubertricks unter Beweis stellen kann, hat es schnell das Vertrauen der Kinder gewonnen. Die Kinder erzählen, womit sie sich gerade beschäftigen und bitten das Zauberwesen um Hilfe. Mit ein paar Zauberpunkten (Klebepunkte), die das Zauberwesen jedem Kind ins Gesicht zaubert (die Kinder unterstützen es dabei mit dem Zauberlied), verleiht das Zauberwesen allen Kindern die Gabe grenzenloser Phantasie. Dadurch werden alle Wünsche, Ideen und Vorschläge der Kinder wenigstens für eine begrenzte Zeit Wirklichkeit. "Bei so vielen Kindern und Antworten reicht mein Zauber leider nicht für mehr...", sagt das Wesen zum Schluss fast entschuldigend - und verschwindet dann erschöpft.
Auf einer Phantasiereise besuchen die Kinder verschiedene Plätze ihrer Gemeinde (Schulhof, Spielplatz o.ä.). Die Kinder überlegen, wie jeder dieser Orte für Kinder noch schöner werden könnte. Zum Abschluss der Zauberreise gibt es ein Brainstorming, in dem allgemeine, nicht auf bestimmte Plätze bezogene Ideen für mehr Kinderfreundlichkeit für das Dorf gesammelt werden.
Die Kinder schreiben ihre Ideen für mehr Kinderfreundlichkeit auf bunte Sterne und kleben diese auf eine große schwarze Folie.
Umsetzungs- und Präsentationsphase ("Losleg-Phase")
Nach dem Höhenflug des Träumens und Spinnens landen alle in dieser Phase wieder auf dem Boden der Tatsachen.
Die zentralen Fragen der Umsetzungsphase:
In einer klassischen Zukunftswerkstatt wird für die Erarbeitung von Umsetzungsmöglichkeiten mehr Zeit eingeräumt als bei der Kinderversammlung. Bei einer Kinderversammlung findet die konkrete Weiterarbeit an den Ideen erst auf einer nächsten Veranstaltung statt, die auf der Kinderversammlung aufbaut, dem Entscheidungsworkshop. Dazu werden sowohl Kinder als auch Jugendliche und Erwachsene eingeladen. Bei der Kinderversammlung werden in der Umsetzungsphase "nur" die wichtigsten Ideen ausgewählt und diese öffentlich präsentiert.
Methoden der Umsetzungs- und Präsentationsphase
Das Zauberwesen erscheint und bewundert die Ergebnisse der Kinder. Es erklärt, dass deren Zauberkraft aber nun langsam nachlässt und es wieder nach Hause muss, um neue Kraft zu tanken. Es rät den Kindern, dass sie auf keinen Fall ihre tollen Ideen vergessen sollen. Wenn auch nicht alle Ideen verwirklicht werden, so können vielleicht die wichtigsten Ideen umgesetzt werden. Es habe gehört, dass in diesem Dorf vieles möglich sei...
Die Kinder bepunkten die besten Vorschläge aus ihrer Ideensammlung und wählen so ihre persönliche Hitliste. Die drei höchst bepunkteten Ideen kleben sie auf ein Plakat mit einer gezeichneten Rakete und schicken diese mit einem Spiel auf den Weg.
Nachdem alle Ergebnisse der Kinderversammlung gut sichtbar und in der richtigen Reihenfolge im Raum aufgehängt wurden, bespricht die Moderation mit den Kindern den Ablauf der öffentlichen Präsentation. Außerdem werden weitere Termine (wie zum Beispiel für den Entscheidungsworkshop) abgeklärt, zu dem die Kinder später eine persönliche, schriftliche Einladung bekommen.
Alle Eltern, Freund*innen, Interessierten, die Presse und weitere für die Umsetzung einer kinderfreundlichen Gemeinde wichtigen Personen (Politiker*innen, Planer*innen...) werden zu dieser Präsentation eingeladen. Nach einer kurzen Begrüßung und einleitenden Worten der Moderation, stellen die Kinder ihre Ergebnisse aus der Kinderversammlung vor und beantworten Fragen der Anwesenden. Zum Schluss geben die Organisator*innen einen Ausblick, was mit den Ergebnissen der Kinderversammlung passiert und welche Termine noch anstehen (zum Beispiel der Entscheidungsworkshop).
Ausstiegsphase
Am Ende der Kinderversammlung gibt es eine kurze zusammenfassende Auswertung der Veranstaltung. Beim Rausgehen bekommt jedes Kind einen Klebepunkt und den Auftrag, folgende Frage durch das Kleben des Punktes zu beantworten: