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Die narrativen (erzählende) Interviews werden mit Schlüsselpersonen, die durch ihre Position im Dorf/im Stadtteil/in der Region die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus einem bestimmten Blickwinkel betrachten, durchgeführt.
Erster Schritt: Erstellung einer Liste
Zu Beginn des Projektes werden alle sozialen Institutionen aber auch Freizeitanbieter etc. im Stadtteil/Sozialraum aufgelistet. Erfahrungsgemäß entspricht die Auswahl der Institutionen auf den alltäglichen Erfahrungen in der Jugendarbeit bzw. gegebenen Vernetzungszusammenhängen, die durch persönliche Kontakte bestimmt werden. Darüber hinaus ist es notwendig, Schlüsselpersonen zu nennen, die eben nicht aus diesen üblichen Institutionen kommen, sondern andere Einblicke geben können.
Zweiter Schritt: Auswahl
In einem anschließenden Auswahlschritt werden nun einerseits Institutionenvertreter*innen, andererseits Schlüsselpersonen ausgesucht, die mit einem Telefonat oder einem persönlichen Anschreiben um ein Interview gebeten werden sollen. Bei der begrenzten Zahl der durchzuführenden Interviews ist es hier besonders wichtig, unterschiedliche Blickwinkel anzusprechen; es macht also keinen Sinn, Institutionenvertreter*innen von sehr ähnlichen Institutionen, z.B. zwei oder drei Schulen, einzubeziehen.
Dritter Schritt: Narratives Interview mittels Gesprächsleitfaden
Nach telefonischer Terminvereinbarung werden die ein- bis zweistündigen Interviews geführt. Dazu wird ein Leitfaden verwendet, der im Grunde genommen wie eine Perlenkette Themen miteinander verbindet, die von der*dem Interviewer*in angesprochen werden. Der Leitfaden soll das Gespräch erleichtern. Die Themenbereiche werden zwar grob strukturiert, sollen dem interviewten Person aber genügend Raum für seine Ausführungen geben.
Vierter Schritt: Auswertung
Da es weder zeitlich durchführbar noch zielführend ist, das ganze Gespräch zu transkribieren, werden lediglich zentrale Aussagen für die Auswertung wörtlich übernommen. Eine Auswertung sollte sehr zeitnah im Anschluss an das Interview erfolgen. Das Band wird dazu noch einmal zu zweit abgehört und die wichtigsten Aussagen zu den behandelten Themen im Leitfaden aufgeschrieben. Bei zwei Interviwpartner*innen ist es fast immer möglich, wichtige Aussagen während des Gespräches zu notieren, so dass in einem Analysegespräch direkt nach dem Interviewtermin die wichtigsten Aussagen zwischen den beiden Personen ausgetauscht, verglichen, bewertet und diskutiert werden können.
Die Durchführung dieser Methode ist mittelmäßig aufwendig. Eine entsprechende Zeit für die Auswertung ist ebenso einzuplanen. Die Auswertung muss in einem vereinfachten Verfahren geschehen, d.h. keine wortgetreue Transkription, sondern eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen zu den einzelnen Themen.
Es ist wichtig die*den Interviewpartner*in zum Erzählen anzuregen und dafür bestimmte Themen anzubieten. Manchmal ist es sicherlich notwendig, den Erzählstrom wieder auf das eigentliche Thema der Situation von Kindern und Jugendlichen zurückzuführen. Die*der Interviewer*in hält sich im Grunde genommen sehr stark zurück, greift in den Erzählfluss so gut wie nie ein und versucht mit Hilfe seines Leitfadens das Gespräch insgesamt thematisch so zu steuern, dass es nicht völlig vom Thema abgleitet. Die Befragung von Schlüsselpersonen sollte auf jeden Fall zu zweit durchgeführt werden, um sich gegenseitig unterstützen und kontrollieren zu können. Die zweite Person sollte sich auf das Aufnahmegerät konzentrieren.