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Angestiftet

6 - 100 Personen
6 - 99 Jahre
ca. 15 Minuten

Kurzbeschreibung

Jeweils zwei der Teilnehmenden verbinden ihre ausgestreckten Zeigefinger mit Hilfe zweier Stifte, die sie mit den Fingerkuppen halten. So "angestiftet" stehen sie im Raum und vollführen gemeinsam Bewegungen und Figuren. Dies erfordert viel Einfühlungsvermögen und Konzentration.

Durchführung

1. Die Teilnehmer*innen finden sich in Paaren zusammen (siehe Paarfindungsspiele).

2. An jedes Paar werden zwei Stifte verteilt. Die Enden der Stifte sollten im Durchmesser so groß sein, dass sie eine Fingerkuppe abdecken.

3. Die Spielleitung gibt nun die Anweisungen: Die Spieler*innen stellen sich einander gegenüber, die Gesichter sind einander zugewandt. Jede*r streckt seine Zeigefinger so aus, dass die des Gegenübers fast berühren. Zwischen die Zeigefinger der Partner*in werden nun die Stift gesteckt. Damit die Stifte nicht herunterfallen, muss jede*r ein wenig Druck ausüben. Gelingt dies und halten die Stifte zwischen den Zeigefingern, so sind die Partner*innen "angestiftet", keiner kann "stiften" gehen.

4. Die Spielleitung als "Anstifter" animiert nun die Partner*innen dazu, zunächst vorsichtige und dann immer gewagtere Bewegungen zu vollziehen. Dabei müssen die Partner*innen auf die Reize der anderen Person reagieren, diese ausgleichen oder selbst agieren, was hohe Sensibilität und Kooperation erfordert.

5. Mögliche Bewegungen sind beispielsweise: Arme über den Kopf heben, Arme ganz nach unten strecken, ein Arm oben - ein Arm unten, Kreise malen mit den Armen, in die Hocke gehen, sich auf den Boden setzen, sich legen, rückwärts gehen oder vorwärts gehen. Bei einer Musikeinlage kann auch ein Tänzchen vollführt werden. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Die Partner*innen sollten aber immer angestiftet bleiben.

Hinweise zur Durchführung

- Bei jüngeren Teilnehmer*innen muss das Spiel ausführlich demonstriert werden. Variante 4 eignet sich auch für Grundschulkinder (siehe Variante 4).

- Es kann vereinbart werden, dass die Bewegungen abwechselnd von der einen und dann von der anderen Seite angeführt werden.

- Die Spielleitung sollte sich in den Verlauf einbeziehen.

Varianten

Variante 1: Das Spiel kann auch mit geschlossenen Augen gespielt werden. Dann werden die Bewegungen des Gegenübers besonders intensiv empfunden. Eine Übung mit offenen Augen sollte aber immer vorausgehen.

Variante 2: Es kann auch versucht werden, mehr als zwei Partner*innen miteinander anzustiften.

Variante 3: Besonders reizvoll ist es, einen Innen- und einen Außenkreis zu bilden. Die Kreise stehen sich ein wenig versetzt gegenüber. Jede Teilnehmer*in stiftet sich nun mit zwei Partner*innen aus dem gegenüberstehenden Kreis an.

Variante 4: Anstelle der Stifte können auch Luftballons verwendet werden. Bei jüngeren Teilnehmer*innen können die Ballons dann mit der ganzen Handfläche geführt werden.

Material

  • so viele Stifte wie Teilnehmer*innen (am besten eignen sich Permanentstifte oder ähnliches)
  • evtl. Musik zur Untermalung

Pädagogischer Hinweis

- Das Spiel entwickelt die Fähigkeit, sich auf andere Personen einzustellen. Es werden sowohl Reize aufgenommen und verarbeitet, als auch ausgeübt, jedoch ohne dabei deie andere Person zu überfordern.

- Das Spiel vermittelt eindrucksvoll, was Zusammenarbeit und Partner*innenschaft bedeuten.

- Das Spiel sollte nicht vorgeschlagen werden, wenn in der Gruppe aggressive Spannungen und Unruhe herrschen.

Sonstiges

keine Angaben

Beispiel

kein Beispiel vorhanden