Kinderrechte in Deutschland
Engagement – Information – Vernetzung

Sebastian Schiller

Leiter Fachstelle Kinder- und Jugendbeteiligung

030 - 308693-42
Steckbrief Jugendbeteiligung

Modellkommune Ilmenau

Die Stadt Ilmenau ist gemeinsam mit Arnstadt Teil des Projektes „Jugendbeteiligung vor Ort“ in Thüringen. In Ilmenau existiert seit 2011 ein Kinder- und Jugendbeirat, der die Beteiligung fördert und Entscheidungsprozesse für Kinder und Jugendliche nachvollziehbarer macht. Der Beirat vertritt durch Anträge und Anfragen sowie Stellungnahmen oder Empfehlungen die Interessen der Jugendlichen gegenüber dem Stadtrat. Er pflegt die Städtepartnerschaften auf der Ebene der Kinder und Jugendlichen. Mit verschiedenen Beteiligungsformaten regt er die Teilhabe junger Menschen am gesellschaftlichen und kommunalpolitischen Leben der Stadt an. Gemeinsam mit dem Kreisjugendring des Ilm-Kreises richtet er jährlich einen Kinder- und Jugendaktivtag aus, welcher jungen Menschen die Möglichkeiten zu ehrenamtlicher Beteiligung aufzeigt.

Eine kommunale Umstrukturierung mit nunmehr 16 Ortsteilen ab 2018/19 stellte die Stadt bei der Einbeziehung der Jugendlichen vor Ort vor völlig neue Herausforderungen. Es galt, die Jugendlichen aus den hinzugekommenen Stadtteilen in bereits bestehende Strukturen einzubinden und ergänzend neue Beteiligungskonzepte zu entwickeln, um die Begeisterung der jungen Menschen zu wecken. Insgesamt sollten mehr Jugendliche erreicht werden, aus allen Schulen der Stadt. Als Teil des Modellprojektes „Jugendbeteiligung vor Ort“ setzte die Stadt Ilmenau es sich zum Ziel, sich als Standort für eine aktive Jugendbeteiligung etablieren.

Kurzinfo:

OrtIlmenau
BundeslandThüringen
Einwohnerzahl25.946
  
KontaktpersonGunther Kreuzberger
Einrichtung 
Telefon 
E-Mailgunther.kreuzberger[at]tu-ilmenau.de

Im Rahmen des Projektes

Auf dem Weg, die Jugendbeteiligung vor Ort noch mehr zu verankern und zu stärken, wurden in Ilmenau im Rahmen des Modellprojekts folgende Schritte gegangen:

  • Kinder- und Jugendgremienkongress
    Der 6. Thüringer Kinder- und Jugendgremienkongress wurde vom Ilmenauer Kinder- und Jugendbeirat mit großem Erfolg realisiert. Auf dem Programm der dreitägigen Veranstaltung standen die Verabschiedung einer neuen Satzung bei der Delegiertensitzung, in zahlreichen Workshops und Diskussionen ging es um die Themen Integration, Absenkung des Wahlalters, Kinderrechte ins Grundgesetz, Klimawandel und die grundsätzliche Frage „Wie wollen wir leben?“. Zudem gab es eine Ideenwerkstatt zu den Forderungen des Dachverbandes, eine Stadt- und Waldrallye und zum Abschluss des Kongresses eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern des Thüringer Landtags und dem Fachstellenleiter Kinder- und Jugendbeteiligung des Deutschen Kinderhilfswerks. Thema: Jugendbeteiligung innerhalb und außerhalb der Gremien auf allen Ebenen. Von der Veranstaltung des Dachverbandes der Kinder- und Jugendgremien Thüringen gingen somit Impulse für Jugendparlamente und Jugendbeiräte in vielen anderen Kommunen des Landes aus.
  • Demokratieprojekttage
    2019 fanden zwei Demokratieprojekttage in Ilmenau statt. Diese sollten gemeinsam mit dem Ilmenauer Flüchtlingsnetzwerk organisiert werden, um mehr Schülerinnen und Schüler als bisher zu erreichen. Ein Demokratieprojekttag wurde als „Landespolitischer Dialog" mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow im September 2019 durchgeführt. Die Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirats sowie die Vertreter/innen der Jugendclubs und weiterführenden Schulen stellten dem Ministerpräsidenten ihre Arbeit und Visionen für die Partizipation in Ilmenau und in Thüringen vor und debattierten mit ihm über ihre Ansätze und Anliegen. Ilmenauer Kinder und Jugendliche und alle anderen interessierten Bürger/innen waren hierzu eingeladen. Ein weiterer Demokratieprojekttag fand nach der Thüringer Landtagswahl mit  Vertreterinnen und Vertretern der neuen Landtagsfraktionen statt.
  • Ideenwerkstätten und World Café
    Diese niedrigschwelligen Angebote finden in allen Ortsteilen von Ilmenau statt. Ziel ist es, hierüber möglichst viele Kinder und Jugendliche in Beteiligungsprozesse einzugliedern.