Kinderrechte in Deutschland
Engagement – Information – Vernetzung

Elisa Bönisch

Leiterin Fachstelle Kinderrechtebildung

030 - 308693-28

bestimmt bunt – Vielfalt und Mitbestimmung in der Kita

Alle Kinder sind gleich

Es ist egal, welche Hautfarbe oder Sprache, Religion oder Meinung, welches Geschlecht oder welche Herkunft ein Kind hat. Oder ob es eine körperliche oder psychische Beeinträchtigung hat. Egal, wie seine Familie gesellschaftlich gestellt ist, ob die Eltern viel verdienen oder eher wenig oder wie die Familienkonstellation ist: Alle Kinder haben das Recht auf gleiche Behandlung und niemand darf ein Kind benachteiligen (UN-Kinderrechtskonvention, Artikel 2).

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes

"Kinder lernen Demokratie, indem sie Demokratie erleben. Konkret heißt das, ihren Anliegen Gehör zu verschaffen, ihnen Gelegenheit zu geben, ihre Interessen auszuhandeln und ihnen Stück für Stück mehr Verantwortung einzuräumen. Sie erfahren dadurch Selbstwirksamkeit und lernen andere Meinungen und Ansichten zu respektieren."

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes

Jedes Kind ist einzigartig

Unsere Gesellschaft ist im stetigen Wandel. Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Hintergründen sind in Deutschland zuhause. Familien leben in verschiedenen Konstellationen. Der Alltag eines jeden Kindes ist heutzutage durch verschiedene Einflüsse und Lebensmodelle geprägt.

Jedes Kind ist einzigartig und sollte so wahrgenommen werden, auch in der Kindertagesbetreuung. Die Herausforderung und Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte ist es, die Lebensrealität der Kinder in ihren pädagogischen Alltag mit einzubauen. Im Hinblick auf unsere Gesellschaft bedeutet das vor allem, Kindern Erfahrungen mit Vielfalt zu ermöglichen, sie für Vorurteile zu sensibilisieren und gleichermaßen dagegen handlungsfähig zu machen. Dabei sind Beteiligung und Demokratiebildung entscheidende Aspekte. Durch altersgerechte Mitbestimmungsmöglichkeiten im Kita-Alltag erfahren Kinder ihre Selbstwirksamkeit und erlernen demokratische Prozesse spielerisch – und das von Anfang an.

Kostenfreies Fortbildungsangebot für Kitas: Jetzt bewerben!

Das Projekt "bestimmt bunt! - Vielfalt und Mitbestimmung in der Kita" geht in die zweite Phase. Dafür können sich interessierte Kitas bewerben, die zu den Themen Kinderrechte, Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung sowie Partizipation fachlich begleitet und qualifiziert werden möchten. Das Angebot richtet sich an Einrichtungen, die ihre pädagogische Praxis inklusiv und demokratisch gestalten und sich auf den Weg zu einer demokratischen Kita machen möchten.

Ausführliche Informationen dazu gibt es hier.

Was passiert im Projekt „bestimmt bunt“?

Mit dem Modellprojekt „bestimmt bunt“ setzt das Deutsche Kinderhilfswerk einen besonderen Schwerpunkt in der frühkindlichen Bildung. Im Rahmen des Projektes werden 10 Kindertageseinrichtungen in ihrer partizipatorischen und inklusiven Erziehungs- und Bildungsarbeit von uns begleitet und unterstützt.

Es geht vor allem darum, im Kita-Alltag ein Miteinander zu fördern, in dem Vielfalt wertgeschätzt wird und das alle Kinder aktiv mitgestalten können. Eine beteiligungsorientierte und vorurteilsbewusste Arbeit im frühkindlichen Bereich beugt Tendenzen von Diskriminierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im späteren Erwachsenenalter vor.

Ziel des Projektes ist es,

  • die pädagogischen Fachkräfte zu befähigen, die Entwicklung der demokratischen Kompetenzen bei Kindern zu fördern
  • das Aufwachsen der Kinder als tolerante, selbstwirksame und wertschätzende Individuen zu begleiten. 

Die teilnehmenden Kitas werden in den Themen Partizipation sowie vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung fortgebildet. Die Qualifizierungen der Kitas erfolgen in Zusammenarbeit mit folgenden Fortbildungsinstitutionen:

  • Institut für Partizipation und Bildung, Kiel (Leitung: Rüdiger Hansen)
  • Fachstelle KINDERWELTEN für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung, Institut für den Situationsansatz (Leitung: Petra Wagner)

Das dreijährige Projekt verläuft in zwei Phasen. In der ersten Phase wird das pädagogische Personal von vier Kitas von erfahrenen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, je nach Vorbildung der Kitas, in den Bereichen Partizipation und Mitbestimmung bzw. vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung fortgebildet. Zeitgleich erarbeitet ein Expertenbeirat ein integriertes Fortbildungskonzept für einen Einstieg in die jeweiligen Themen, welches in der zweiten Phase in sechs weiteren Kitas umgesetzt wird.

Das Projekt wird begleitend evaluiert und filmisch dokumentiert. 

Die entwickelten Materialien und die Umsetzungskonzepte werden auf dieser Website allen interessierten Kindertageseinrichtungen kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Vielfalt und Mitbestimmung – in einem Konzept

Die Vielfalt in einer Kita wertzuschätzen bedeutet Inklusion im Alltag zu praktizieren. Dabei ist ein kooperativer Umgang miteinander ebenso wichtig, wie die Beteiligung und Mitbestimmung aller Kinder und Erwachsenen. Unser Motto lautet: Keine Partizipation ohne Inklusion. Keine Inklusion ohne Partizipation.

  • Partizipation heißt, dass alle Kinder gehört werden und die gleichen Chancen zur Mitbestimmung bekommen
  • Inklusion bestärkt die Beteiligung aller Menschen, egal was sie mitbringen. Sie versucht Barrieren, die eine gerechte Teilhabe verhindern, abzubauen.

Beteiligung und Mitbestimmung müssen in der Kita so konzipiert werden, dass alle Kinder daran teilhaben können.